Der Spiegel

Der Spiegel der Selbsterkenntnis

Unsere Umwelt als Spiegel unsererselbst

Als venezianische Glasbläser im 16. Jahrhundert in der Lage waren, Kristallspiegel in größeren Formen zu produzieren, machte diese Erfindung die Glasbläser von Murano reich. Europäische Fürsten- und Königshäuser waren geradezu versessen auf große Spiegel. Die Vorgehensweise bei der Produktion galt als Staatsgeheimnis, Frankreich lockte daher mit allen Mitteln Glasbläser aus Venedig ab.

Dabei ist die Geschichte des Spiegelbildes so alt wie die Menschheit selbst. Ruhende Wasseroberflächen sind jeher natürliche Spiegel. Die ersten künstlichen Spiegel waren flache Schalen mit Wasser, später kamen Bronze- und Silberspiegel dazu.

Wozu brauchen wir eigentlich einen Spiegel? Mit unseren eigenen Augen können wir uns ab der Brust abwärts betrachten, gelenkige Menschen auch noch Teile ihres Rückens. Kein Mensch ist ohne Spiegel jedoch in der Lage, sein eigenes Gesicht zu sehen.

Das technische Hilfsmittel Spiegel dient uns also, uns selbst (besser) zu erkennen. Wir brauchen scheinbar dieses Spiegelbild, wollen uns spiegeln, uns sehen, wie wir aussehen und wie die anderen uns sehen.

Dabei ist der Spiegel ein zweideutiges Symbol. Einerseits gilt er als Zeichen der Eitelkeit und des Narzissmus, andererseits steht er auch für Selbsterkenntnis und Wahrheit. Gerade mit letzterem möchte ich mich heute beschäftigen. Lassen wir mal technische Hilfsmittel außen vor, sehe ich unsere Umwelt als Spiegel.

Wie im innen so im außen ist meine Sichtweise. Unsere Partner, unsere Freunde, unsere Chefs oder Mitarbeiter – alle sind Spiegel unseres Selbst. Im Volksmund heißt es “jemanden einen Spiegel vorhalten”. Wie wir uns verhalten, ist ein Spiegel für den anderen. Viele Dinge können wir einfach nicht sehen, deshalb benötigen wir ja den Spiegel.

Deshalb bekommt ja jeder Chef die Mitarbeiter, die er verdient. Einer meiner Lehrer, Andreas Ackermann, hat dafür eine sehr schöne Metapher. Wir stehen vor dem Spiegel und sehen im Spiegel einen schwarzen Fleck an der Stirn. Nun fangen wir an, einen Lappen zu nehmen und rubbeln auf dem Spiegelbild und versuchen, den Fleck wegzuwischen. Wir können da nun wischen und rubbeln – wir werden den Fleck da nicht wegbekommen. Wenn wir den Fleck wegbekommen wollen, dann müssen wir schon an unserer eigenen Stirn arbeiten. Im Klartext heißt es, es hilft nicht, unsere Partner erziehen zu wollen oder an unseren Mitarbeitern zu arbeiten, sondern an uns selbst.

Das ist natürlich leichter gesagt, als getan. Aber es ist ein Anfang, sich dessen bewusst zu werden. Die Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham haben dazu das sogenannte Johari-Fenster entwickelt. Einer der Aspekte in diesem Modell ist der “blinde Fleck“. Darunter versteht man alles, was eine Person aussendet und von anderen wahrgenommen wird, ohne dass sich die Person dessen bewusst ist.

Deswegen sehen wir bei anderen die Lösungen für ihre Probleme klasklar vor Augen, während wir bei unseren eigenen ganze Bäume vor Augen haben. Im nächsten Teil dieses Blogs widme ich mich unserem Schatten und was dieser mit unserer Umwelt als Spiegel zu tun hat.

Eine erkenntnisreiche Woche wünscht
Thomas Böhme

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Über die Gedankenhygiene

Wie sieht es um die Hygiene unserer Gedanken aus?

Körperhygiene ja - aber was ist mit der Hygiene unserer Gedanken?

Für gewöhnlich beginne ich jeden Morgen wie folgt im Bad: ich putze meine Zähne, ich gehe unter die Dusche und wasche meine Haare, rasiere mich und creme mein Gesicht ein. Kurzum: ich betreibe eine ausführliche Körperhygiene. Das werden die meisten Bürger unseres Landes so tun. Damit gehören wir zu den wenigen Prozent auf der Welt, die sich diesen Luxus überhaupt leisten können, dass frisches und sauberes Wasser aus der Leitung kommt. Für uns eine Selbstverständlichkeit und wir vergessen häufig dabei, wie gut wir es damit haben. Aber dies nur am Rande.

Zurück zur Körperhygniene. Also für die meisten ist dies ganz normaler Alltag und eine Selbstverständlich- keit. Aber wie sieht es denn mit der Hygiene unserer Gedanken aus? Was tun wir dort Gutes für unsere geistige Reinheit? Nehmen wir doch nur einmal das TV Programm. Knapp 3,5 Stunden verbringt der Deutsche täglich vor der Glotze. Jeden Tag kann ich mindestens 2 Krimis zur Prime Time anschauen, wo Menschen sterben. Gern auch schon im Vorabendprogramm für die lieben Kleinen. Dutzende von Krimi-, Action- und Mystery-Serien jede Woche von solchen niveaulosen Formaten wie Daniela Katzenberger, Big Brother und Co einmal ganz abgesehen.

Oder werfen wir mal einen Blick in die aktuellen Nachrichten – wo sehen wir denn mal was Schönes oder Positives in unseren Nachrichten? Es geht um Gewalt, Kriege, Naturkatastrophen, tödliche Krankheiten. Gerade letzteres ist aktuell ja gerade schwer angesagt und ich ernte erstaunte Blicke wenn ich herzhaft in eine Gurke beiße. Die aktuelle Spiegelausgabe titelt: “Der Feind im Essen”. Vor ein paar Wochen wurde noch minitiös erläutert wie Amerikas angeblicher Staatsfeind Nummer Eins getötet wurde – mit einem gezielten Kopfschuss, obwohl er ja laut der Soldaten gar nicht bewaffnet war.

Das Bildungsbürgertum wird natürlich gleich abwiegeln und darauf verweisen, dass es lieber ein gutes Buch liest. Gut, dann schauen wir doch mal in die Bestsellerlisten der vergangenen Jahre: Henning Mankel, Stieg Larsson und ganz neu Adler Olson. Wir Deutsche haben scheinbar ein Faible für den unnatürlichen Lebensverlust in Nordeuropa.

Die Aufzählungen ließen sich beliebig fortführen. Was ziehen wir uns da eigentlich täglich rein? Und da wundern wir uns, dass ein paar Leute austicken und Menschen in der U-Bahn zu Tode prügeln?

Wie beginnt den für viele Menschen der Tag? Der Wecker klingelt, wir sind bereits am Morgen genervt. Die Kinder quengeln und wir sind unter Zeitdruck. Schnell gibt ein Wort das andere. Mit negativen Gedanken verabschieden wir uns von unserem Partner, stehen genervt im Stau oder warten auf die S-Bahn und so beginnen wir unser Tageswerk.

Für mich gilt “Wie innen so außen”. Alles was wir an negativen Gedanken haben, wird sich in unserer Umwelt manifestieren. Deshalb brauchen wir uns auch nicht über die Umweltzerstörung wundern bei den Gedanken, die wir alle in uns tragen. Damit sich die Dinge im außen ändern, müssen wir in unserem Innern anfangen – bei uns selbst.

Fangen wir also an, Gedankenhygiene zu betreiben. Lassen wir nicht mehr alles in uns hinein. Eine hilfreiche Sache ist es dabei, die Medien bewusst auszuwählen, über die wir uns informieren. Früher war ich sehr wißbeGIERIG, wollte mich über alles informieren. Heute schalte ich bewusst das Radio aus, wenn Nachrichten kommen. Meinen Fernseher benutze ich schwerpunktmässig nur noch als Monitor zum Anschauen guter Filme. Das Internet ist Segen und Fluch zugleich. Ein Segen, weil ich Informationen, die ich erhalten möchte, bewusst auswählen kann. Ein Fluch, weil ich mich darin verlieren kann.

Beginnen wir den Tag mit positiven Gedanken, dankbar zu sein über das Leben, dass uns geschenkt wurde, dankbar für unsere Entwicklung, für unsere Partner und Kinder als unser Spiegel, dankbar für den Reichtum, der uns zuteil wird. Genauso sollten wir auch den Tag beenden und die Dinge loslassen. Und dann schauen wir, was passiert. Konzentrieren wir uns auf das Positive. Ich war vorletztes Wochenende auf einem Workshop zum Thema “Glückliche Beziehungen führen” In einer Gruppenübung bekamen wir 3 Fragen gestellt, die wir beantworten sollten. Erstens: “Was ist das Tolle an meiner Beziehung?”, zweitens: “Was ist das Tolle an meinem Partner/meiner Partnerin?” und drittens: “Was ist das Tolle an mir?” Dies hat meinen Fokus wieder auf das Positive in meiner Beziehung gelenkt. Allzuoft sehen wir nur noch das, was uns an unserem Partner stört.

Überlegen wir gut, was wir hören, sehen und fühlen wollen, was wir für Bücher lesen. Gehen wir achtsam damit um und mit unseren Gedanken.

Auch wenn es nicht aus dem Talmud stammt, wie so oft fälschlicherweise behauptet, finde ich doch folgenden Spruch sehr gut:

Achte auf Deine Gedanken denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern achtsame Gedanken.
Ihr Thomas Böhme

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Instinkt und höheres Bewusstsein

Schwarmintelligenz

Nicht nur Fische verfügen über Schwarmintelligenz

Letzte Woche nahm ich an einer Veranstaltung zum Thema Intuition teil. Intuition wurde dort verstanden als unbewusstes Denken, das auf Erfahrungen beruht. Leider konnte ich nicht fragen, wieso Kinder in der Lage sind, Dinge intuitiv zu erfassen ohne auf einen Erfahrungshintergrund zurückgreifen zu können. Aus meiner Sicht verfügen wir nicht nur über Instinkte, die wir leider häufig nicht mehr wahrnehmen. Wir verfügen über den Zugang zu einem höheren Bewusstsein, der nur bei den meisten verschüttet ist.

Am Wochenende haben wir uns den Dokumentationsfilm “Babys” angeschaut. Ein unglaublich toller Film über das Leben und wie sich Babys ganz natürlich entwickeln – auch ohne Babyförderkurse. Die Kinder in  Nambia und der Mongolei konnten genauso schnell laufen wie in Japan und der USA. Das hat mich sehr fasziniert.

Bestimmte Tierarten wie Fische oder Bienenvölker verfügen über eine sogenannte Schwarmintelligenz, die seit längerem auch Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung ist. Wer einmal einen großen Fischschwarm beobachtet hat, der sieht, wie sich die Fische gleichförmig bewegen ohne einander zu berühren. Die Fische des Schwarmes können miteinander kommunizieren, ohne über die notwendige individuelle Intelligenz dafür zu verfügen. Auffällig wird es dann, wenn ein Raubfisch den Schwarm angreift. Die Reaktion ist extrem präzise und geordnet. Man stelle sich dagegen vor, wie wir Menschen in Gefahrensituationen reagieren – häufig völlig ichbezogen und chaotisch. Die Toten bei Massenpaniken sind ein beredtes Beispiel dafür.

Im Film “Avatar” von James Cameron können die Na’vi mithilfe des “Tsaheylu” die Kommunikation zu anderen Lebewesen aufnehmen und eine Art neuronale Verbindung herstellen. Aber auch ohne dieses Band leben sie in Verbindung mit den Geschöpfen des Planeten und respektieren diese.

Im Film sind die Lebewesen des Mondes sind durch vielfältige synaptische Kontakte miteinander verbunden. Das so gebildete Netzwerk gleicht einem hoch entwickelten Nervensystem und hat eine Art Bewusstsein seiner selbst entwickelt. Im Film wird diese vernetzte und sich ihrer selbst bewusste Lebenswelt als Eywa bezeichnet. Den Vorstellungen der Na’vi zufolge ist alles Leben auf Pandora eng mit Eywa verbunden und vor Eywa gleich berechtigt. Solche Sichtweisen finden wir heute nur noch bei Naturvölkern auf der Erde.

Ich behaupte, dass auch wir Menschen auf der Erde zu einer solchen unbewussten Kommunikation unteinander fähig sind – insbesondere zwischen den Menschen. Wir haben diese Kommunikation nur verlernt. Jeder hat bestimmt schon einmal die Situation erlebt, dass er Kontakt mit einem anderen Menschen per Telefon aufnimmt und dieser dann überrascht ausruft: “Das muss Gedankenübertragung gewesen sein! Gerade wollte ich dich anrufen!” oder “Gerade habe ich an dich gedacht.”

Die Kulturhistorikerin Christina von Braun von der Humboldt-Universität Berlin merkte einmal an, dass in jeder Epoche die herausragendsten technischen Errungenschaften immer der aktuellen inneren Bewußtseinsentwicklung des Menschen vorausgehen. Das finde ich sehr spannend. Die herausragendste technische Errungenschaft der Neuzeit ist mit Sicherheit die jederzeit verfügbare globale Vernetzung per Internet, Twitter und Facebook (das “normale” Telefonieren von nahezu jeden Ort mal völlig außer acht gelassen).

In meinen Seminaren beschäftigen wir uns auch mit der “subjektiven Kommunikation” – der Fähigkeit, auf der Alphaebene eine unbewusste Kommunikation mit Individuen oder ganzen Gruppen aufzunehmen.

Ich finde dazu immer das Bild des Eisberges sehr plastisch. Mittels der Eisberg-Theorie wissen wir heute, dass nur ca. 20 Prozent unserer Gedanken bewusst ablaufen. Ein Eisberg besteht bekanntlich aus Eis, der im Wasser schwimmt. Beide Male handelt es sich um Wasser nur in einem anderen Aggregatzustand. Das Wasser des Ozeans sehe ich als das kollektive Unbewusste, dass wir prinzipiell über unser individuelles Unbewusstes jederzeit anzapfen können, wenn es uns gelingt, die Barriere zu überwinden.

Ich habe mich lange mit den bedeutendsten Erfindern der Neuzeit beschäftigt. Allen ist gemein, dass sie zwar lange und hart an ihren Erfindungen gearbeitet haben, sehr auffallend nach den Berichten ist jedoch, dass der entscheidende Durchbruch über eine Eingebung im Schlaf oder ähnlichen Situationen kam. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese herausragenden Menschen in der Lage waren, dass kollektive Unbewusste anzuzapfen, was ich im Gegensatz zu C.G. Jung nicht nur auf die Vergangenheit beschränkt sehe.

Ähnlich den Fischen denke ich, dass wir ebenso eine Art Schwarmintelligenz haben, deren Intelligenz weit mehr ist als die Summe der einzelnen Teile. Wenn wir uns vorstellen, über welche Intelligenz schon jeder Einzelne verfügt, bekommen wir eine Vorstellung, was dieses höhere Bewusstsein vermag.

Ich denke, dass die Zeit nicht mehr fern ist, wo wir diesen Zugang wieder selbstverständlich nutzen werden.

Ihr Thomas Böhme

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Nichts als die Wahrheit

Nichts als die Wahrheit

War die Wahrheit sagt, muss häufig gegen die Masse anschwimmen

In den amerikanischen Gerichtsfilmen wird das immer wieder gern gezeigt – der Zeuge schwört auf die Bibel, die Wahrheit zu sagen und nichts als die Wahrheit, so wahr ihm Gott helfe. Ich war auch schon mal bei Gericht und ganz enttäuscht, dass die Zeugin, die nachweislich log, nicht vereidigt wurde.

Im Film wie im wahren Leben nimmt es nicht jeder mit der Wahrheit so ganz genau. Ich habe das als junger Mensch auch nicht immer getan. Warum ist das, so und was genau ist eigentlich die Wahrheit? Doch etwas rein Subjektives, etwas, dass ich selbst als wahr anerkenne oder mir als wahr einbilde.

Marius Müller-Westernhagen hat mal zutreffend das Thema Wahrheit im Song „Du bist nicht allein“ besungen:

„Er wollte mir die Wahrheit sagen
wer kann die Wahrheit schon ertragen
ich hab die ganze Nacht vor Wut geflennt.“

Ich war jüngst mal bei einer Wahrsagerin. Das war mal ganz nett, obwohl wenig Wiederholungsgefahr besteht. Sie endete mit den Worten „Das sieht doch gar nicht so schlecht aus!“  Auch Wahrsagerinnen tun sich also schwer mit der Wahrheit.

Viele Menschen wollen doch die Wahrheit gar nicht hören oder sehen und wenden sich daher eher ab. Das gilt für persönliche wie kollektive Dinge. In meinen Seminaren vermittle ich den Ansatz der bedingungslosen Ehrlichkeit zu mir selbst als Grundvoraussetzung. Wenn ich die Dinge, die mich beschäftigen, nicht ehrlich annehme, wird es schwierig. Deshalb muss ich ja nicht gleich alles mögen. Wenn ein Mensch z.B. zu dick ist, kann er ja unzufrieden sein mit seiner Situation und sagen, dass er gern schlanker sein möchte und sich ein solches Ziel setzt. Die Frage ist aber doch, warum fühle ich mich unwohl in meinem Körper? Kommt dieses Gefühl aus meinen Inneren oder weil unsere Gesellschaft das Ideal eines schlanken und schönen Menschen postuliert? Ist es mein Ego, was schlank sein möchte, damit ich mich besser fühle und von meiner Umwelt als attraktiv und liebenswert empfunden werde? Ist das vielleicht sogar das Hauptproblem, dass ich mich nicht geliebt fühle und das an meinem Körper festmache? Habe ich mir vielleicht deshalb ein „Polster“ zugelegt, was mich schützt?

Was auf der individuellen Ebene schon schwer genug ist, kann auf der kollektiven Ebene nicht besser werden. Da wird es mit der Wahrheit noch weniger genau genommen, denn da gibt es handfeste Interessen. Aber auch hier geben sich die Menschen doch lieber gern der Illusion hin und schauen lieber weg und besser noch fern. Da wird zum Glück auch immer mal die Wahrheit vermittelt, aber meist dann zu Zeiten, an denen Ottonormalverbraucher bereits an der Matratze horcht.

Wie sieht es denn heute mit der Wahrheit über Impfungen, über alternative Heilmethoden, den 11. September, Al-Kaida oder etwa unbekannte Flugobjekte aus? Wie sieht es mit der Wahrheit in unseren Geschichtsbüchern aus? Die historischen Überlieferungen sind doch immer auch eine Wahrheit derer, die die Macht über die Dinge hatten und so häufig die Wahrheit der Sieger. In unserer heutigen Zeit ist Information die Waffe und die Verantwortlichen in Politik und Medien wissen das. Vor einiger Zeit kam mal eine Dokumentation über den Tod eines palästinensischen Jungen, der vor laufender Kamera in den Armen des Vaters starb. Als die Bilder um die Welt gingen, schrie die Weltöffentlichkeit auf, wie grausam die Israelis seien. Das Team in der Doku wollte eigentlich nur recherchieren, wie es der Familie des Jungen ergangen sei und stieß dann auf ziemliche Ungereimtheiten, die zu dem Schluss kamen, dass der Junge möglicherweise gar nicht tot sei. Das hat mir damals klar gemacht, gar nicht mehr objektiv unterscheiden zu können, was wahr ist oder einfach nur medial in Szene gesetzt.

Schopenhauer hat einiges über die Wahrheit geschrieben – unter anderem dieses: „Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen.

Kennen wir doch. Vor langer Zeit gab es doch mal einen Streit, ob sich die Sonne um die Erde oder umgekehrt drehe.  Erst hat man über diese Leute gelächelt, später wurden Menschen wie Galilei und andere bekämpft. Bis 1835 also bis fast 300 Jahre nach Veröffentlichung war das Werk von Copernicus auf dem Index verbotener Bücher. Heute gilt das heliozentrische Weltbild als selbstverständlich. Und das ist das Schöne an der Wahrheit – sie lässt sich nicht aufhalten.

Glücklicherweise gibt es heute das Internet als globales Informationsmedium, wenn es damit auch nicht leichter geworden ist, Wahrheit und Dichtung auseinander zu halten. Aber es gibt zumindest den Rahmen, alternative Sichtweisen als die derzeit geltenden Ansichten darzustellen. Letztendlich können wir nur das als Wahrheit empfinden, was wir persönlich glauben. Und das, was wir glauben, geht natürlich durch unsere Filter, die wir mit den Jahren aufgebaut haben. Wenn es jahrzehntelang Usus war, geimpft zu werden ist es heute natürlich nicht so leicht, die Gefahren des Impfens anzuerkennen. Impfgegner werden massiv bekämpft, denn wir reden hier über ein milliardenschweres Geschäft.

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen – Urknalltheorie, Evolutionstheorie usw. Wie der Name ja besagt, sind es Theorien, aber die meisten Menschen gehen wie selbstverständlich davon aus, dass es auch so war. Seit ein paar Jahrhunderten hat sich die Wissenschaft dazu erhoben, um die Dinge zu wissen. Befragt man Wissenschaftler im Einzelnen müssen sie zugeben, dass sie nichts wissen. Eine Theorie ist nur so lange wahr, bis neue Erkenntnisse neue Theorien hervorbringen.

Heute wird noch in der Schule gelehrt, dass Lebewesen durch die DNA mehr oder minder determiniert sind. Heute weiß man dank der Epigenetik, dass sich unsere Gene verändern lassen. In den Alltag hat es diese Theorie noch nicht geschafft.

Und was ist mit dem Gesetz von Ursache und Wirkung? Bis heute wird der Zusammenhang, dass der Geist (oder auch das Bewusstsein) eines jeden Einzelnen die Ursache von Wirkungen (also wie gesund ich bin, wieviel Geld ich habe, mit wem ich zusammenlebe etc.) sind nicht gelehrt. Wo kämen wir da ja auch hin? Zur Selbstverantwortung! Aber darüber später einmal hier oder in einem meiner Seminare mehr.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit zu sich selbst, aber auch dabei nicht hart mit sich und den anderen ins Gericht zu gehen, sondern die Dinge anzunehmen wie sie sind.

Ihr Thomas Böhme

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Carpe diem – Genieße den Moment!

Carpe diem - genieße den Tag!

Den Tag genießen - egal wie das Wetter ist!

Letztens habe ich mir die Frage gestellt, was wäre, wenn ich nur noch 3 Monate zu leben hätte. Einfach so ohne eine schwere Krankheit, die mir wenig Wahl lässt, was ich in den 3 Monaten mache. Dazu fiel mir der Film „Das Beste kommt zum Schluss“ mit Jack Nicholson und Morgan Freeman ein. In dem Film erfahren beide, dass sie nur noch wenige Monate zu leben haben. Carter Chambers alias Morgan Freeman erstellt daraufhin eine sogenannte Löffelliste – eine Liste dessen, was er erreicht haben möchte, bevor er den Löffel abgibt. Dies hat er mal in einem Philosophieseminar gelernt. Da Edward Cole alias Jack Nicholson etwas viel Kleingeld und einen Privatjet hat, nutzen sie die Zeit, um unter anderen ein privates Autorennen zu veranstalten und mal eben auf den Pyramiden von Gizeh zu sitzen. Nach einer kurzen Weltreise zieht es Morgan zurück zu seiner Familie und auch Jack erkennt durch die Begegnung mit Morgan, dass nicht die materiellen Dinge zählen, sondern andere Dinge wie die gemeinsame Familie wichtiger sind.

Was würde ich also tun? Auch ich habe begonnen, mal so eine Liste zu erstellen. Ein paar Dinge, die vielleicht etwas außerhalb von dem sind, was ich bisher getan habe – ein wenig verrückt sein.  Was relativ schnell klar wurde, dass bei einer solchen Frage materielle Dinge völlig irrelevant werden.

Was mir stark bewusst wurde ist, dann jeden Tag zu nutzen, als wenn es mein letzter Tag wäre. Es gab mir einen starken Impuls für das Hier und Jetzt. Was mal war und was sein wird ist nicht mehr wichtig. Dieses Nachdenken ließ mich dankbar werden für jeden Tag, der mir geschenkt wird. Ein so wertvolles Geschenk soll man auch ehren und nutzen. Aber wie viele Menschen tun das wirklich? Im Verlauf eines durchschnittlichen Lebens habe ich über 30.000 Tage Zeit – viele Tage um in Summe ganze Jahre nicht gewürdigt zu haben. Hier geht es mir nicht darum, dass deswegen alle Tage von Reichtum und Schönheit erfüllt waren – ganz im Gegenteil. Ich plädiere dafür, jedem Tag dankbar zu sein, auch den Tagen, die eher unschön waren, Tage der Trauer, der Verzweiflung, der Angst oder auch der Leere. Häufig nehmen wir gar nicht mehr wahr, wie wertvoll und reichhaltig unser Leben ist und so geht es bei vielen dahin. Es ist dann vielleicht auch gar kein Leben mehr, sondern eine Existenz.

Ich bin dankbar für die Fülle, die mir geschenkt wurde. Dankbar für meine Gaben, für meine Familie, dafür, dass ich jeden Tag gutes Essen und Trinken habe, die Heizung aufdrehen kann, wenn mir kalt ist und sauberes Wasser aus der Leitung kommt. Vor über einem Jahr habe ich mal eine indianische Fastenzeremonie gemacht, in der ich zwei Tage weder gegessen noch getrunken habe. Als ich dann das erste Mal wieder einen Schluck Wasser trank, war das der schönste Moment für mich, ein Hochgefühl. Dieses Gefühl kommt uns im Alltag abhanden. Wir müssen nicht mehr jagen oder bis abends das Feld bearbeiten, sondern gehen einfach in den Supermarkt. Ich bin dankbar für meinen kleinen Sohn, vielleicht das größte Geschenk von allen. Auch da vergessen wir häufig, dass Kinder nicht unser Eigentum sind (genauso wenig wie unser Partner/Partnerin), sondern ein Geschenk – etwas was uns anvertraut wurde.

Unsere Vorfahren mussten hart arbeiten – früher auf dem Feld, später in Industriefabriken. Auch ihnen bin ich sehr dankbar, dass ich nun die Früchte ihrer Arbeit ernten darf, dass ich dank ihnen überhaupt heute an diesem Punkt bin, wo ich stehe.

Wenn ich nun an diesem Punkt der Dankbarkeit angekommen bin, spüre ich die Fülle, die ich in meinem Leben habe und die unbewussten Gefühle von Mangel treten zurück. Denn in der Fülle gibt es keinen Mangel. Es spielt dann keine Rolle, ob ich in einer Luxusvilla wohne oder in einer einfachen Mietwohnung, ob ich einen Kleinwagen fahre oder eine Luxuslimousine. Edward Cole hatte all das im Film, war aber trotzdem nicht glücklich, bis er ein Lächeln von seiner Enkeltochter erhielt, die er bis dahin nie gesehen hatte, weil er sich mit seiner Tochter verkracht hatte.

Interessanterweise wird bei uns der Ausdruck „Carpe diem“ häufig als „Nutze den Tag“ übersetzt. Dabei heißt die wirkliche Übersetzung „Genieße den Tag“. Deshalb müssen wir auch nicht jeden Tag messbare Ergebnisse haben. Auch Müßiggang ist etwas was uns voranbringt, weil wir dann Zeit haben zur Reflexion – dazu, in uns zu gehen.

Eine schöne Übung, zu überlegen, was man wirklich will im Leben ist, seine eigene Rede für das eigene Begräbnis zu schreiben. Was soll am Ende meines Lebens über mich gesagt werden? Welche Dinge sind herausragend? Diese kann man dann beginnen im Hier und Jetzt umzusetzen.

Natürlich hoffe ich auf ein langes und erfülltes Leben, aber das liegt nicht nur in meiner Hand. Hätte ich nur noch 3 Monate zu leben kann ich bereits heute auf ein erfülltes Leben in Dankbarkeit zurückblicken.

Ihr Thomas Böhme

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Die Sorge

Die Sorge schleicht sich schnell ein

Vorletzte Woche war ich bei meinem Finanzberater. Direkt nach meinem Studium gehörte ich zur Lieblingszielgruppe eines großen Finanzberaters – ich war ein jungfräuliches Feld für Versicherungen und Finanzdienstleistungen aller Art. Neben der Basisabsicherung und mitttelfristigen Finanzanlage ging es natürlich auch um die Altersvorsorge – schließlich wollte ich ja im Alter sorgenfrei leben. Die Idealplanung meines damaligen Finanzberaters sah vor, dann einen großen Batzen Geld zu haben für die viele Zeit und die vielen Hobbies, die ich dann hätte. Dummerweise kamen zwei Finanzcrashs bis heute dazwischen. Deswegen sieht der aktuelle Stand meiner Altersvorsorge nicht ganz so rosig aus, wie mal im Jahr 2000 angedacht. Aber zumindest hat ja der Finanzberater seine Schäfchen ins Trockene gebracht.

Ich gebe es zu, ich bin sehr gut abgesichert. Trotz BWL-Studiums habe ich mir nie groß Gedanken um meine Finanzen gemacht. Mein Motto lautet noch heute “lieber Einnahmen maximieren als Ausgaben minimieren”. Trotzdem bin ich seit einigen Jahren nicht mehr so ganz gern bei Finanzberatern gesehen, da ich große Teile meiner Anlagen stillgelegt habe.

Warum? Weil ich weiß, dass ich persönlich die Ursache meiner Wirkungen bin, also auch dafür verantwortlich bin, ob es mir finanziell gut geht oder ich Geldprobleme habe. Zudem bin ich der festen Überzeugung, dass unser Geld- und Finanzsystem ausgedient hat und es nur eine Zeitfrage ist, bis dieses System vollständig crasht. Damit ist natürlich auch die schöne Altersvorsorge dann pfutsch. Das ist einem Finanzanlageberater natürlich schwer vermittelbar. Insofern sind solche Gespräche für mich immer etwas problematisch.

Doch zurück zur Sorge. Das Wort Altersvorsorge enthält ja bereits die Sorge explizit. Sorge gilt im allgemeinen Sprachgebrauch als Gedanken- und Vorstellungskette, die mit negativen Gefühlen einhergeht. Man kann sie auch als Befürchtung umschreiben – ich habe Furcht vor etwas, was in der Zukunft liegt. Ich habe Sorge, dass ich krank werde, also habe ich eine Krankenversicherung. Ich befürchte, dass bei mir eingebrochen wird, also besitze ich eine Hausratversicherung. Ich könnte eine schwere Krankheit bekommen und nicht mehr arbeitsfähig sein, also schließe ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Viele zahlen ein, nur wenige nehmen auch die Versicherung in Anspruch – die Versicherung oder die Bank gewinnt dabei immer. Dabei wird die Versicherung ja immer gern als Solidarprinzip bezeichnet.

Wie war es denn vor der Einführungen von Versicherungen und Finanzanlagen? Da war das Leben ein individuelles Risiko. Hatte man einen Schadenfall, konnte man im Zweifelsfall noch auf die Familie zurückgreifen, die aushielf. Die Altersvorsorge waren die eigenen Kinder, von denen man ausging, dass diese die Eltern eines Tages unterstützen würden.

Vor ein paar Jahren kam im Deutschlandradio ein Bericht über strenggläubige Calvinisten in den Niederlanden. Deren Einfluß war so groß, dass sie sich per Gesetz aus Gewissensgründen von der Versicherungspflicht befreien lassen können. Versicherungen und Impfungen lehnen sie als Mißtrauen gegenüber Gott ab. Wird jemand schwer krank, springt die Gemeinde mit Geldspenden ein – ein Solidarprinzip also. Nur dass keine Versicherung dabei kräftig mitkassiert.

Goethe hat in “Faust – der Tragödie zweiter Teil” die Sorge so treffend beschrieben. Dort treten der Mangel, die Schuld, die Sorge und die Not auf. Weil Faust zu diesem Zeitpunkt ein reicher Mann ist, kommen der Mangel, die Not und die Schuld nicht zur Tür hinein. Allein die Sorge vermag es. Goethe hat es so wundervoll beschrieben – “Ihr Schwestern, ihr könnt nicht und dürft nicht hinein. Die Sorge, sie schleicht sich durchs Schlüsselloch ein.” Faust fordert die Sorge zum Verlassen auf, aber die antwortet nur süffisant “Ich bin am rechten Ort.” und stellt sich auch gleich vor: “Würde mich kein Ohr vernehmen, müsst es doch im Herzen dröhnen; in verwandelter Gestalt üb ich grimmige Gewalt: Auf den Pfaden, auf der Welle, ewig ängstlicher Geselle, stets gefunden, nie gesucht, so geschmeichelt wie verflucht!” Weil die Sorge schon mal so nett am Plaudern ist, fährt sie auch gleich fort: “Wen ich einmal mir besitze, dem ist alle Welt nichts nütze … Glück und Unglück wird zur Grille, er verhungert in der Fülle, sei es Wonne, sei es Plage, schiebt ers zu dem andern Tage, ist der Zukunft nur gewärtig, uns so wird er niemals fertig.”

Wundervoll! Das Universalgenie Goethe wusste schon damals gut um die Dinge. Für mich geht es um das Vertrauen in die Dinge des Lebens und das Leben im Hier und Jetzt. Wenn wir vertrauen, müssen wir uns keine Sorgen um morgen machen. Probleme entstehen nur, wenn ich an morgen denke und ich nicht weiß, wie ich meinen Verpflichtungen nachkommen soll oder an gestern zurückdenke – im Sinne “wenn ich doch damals die Aktien von XY gekauft hätte, dann wäre ich nun ein reicher Mann!”

Im neuen Testament gibt es das Gleichnis von Jesus mit den Vögeln. Er spricht: “Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel wertvoller als sie? Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen?”

Wieder geht es um Vertrauen. Vertrauen in die Dinge des Lebens, in die eigenen Fähigkeiten und darum, Probleme als Sprungbretter für eigenes Wachstum zu sehen.

Das schönste bauliche Beispiel für ein Leben ohne Sorgen ist und bleibt natürlich Sanssouci! Da lässt es sich insbesondere im Frühjahr wunderbar lustwandeln und genießen. Wie wäre es, im Garten zu sitzen und dabei mal wieder Goethes Faust zu lesen? In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein sorgenfreies Leben im Hier und Jetzt!

Ihr Thomas Böhme

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Die guten Vorsätze

Neues Jahr - neue Vorsätze!?

Das neue Jahr beginnt für viele Menschen mit guten Vorsätzen. Meist haben sie zum Ziel, mehr maßzuhalten. Aufhören zu rauchen, Gewicht zu reduzieren, weniger Alkohol zu trinken oder weniger fernzusehen. Viele Menschen fühlen, dass solche Dinge ihnen nicht guttun. Trotzdem sind die guten Vorsätze häufig nach wenigen Wochen über den Haufen geworfen und die Welt ist wieder in den alten Bahnen.

Als ich 2006 3 Tage wegen Verdacht auf Schlaganfall im Krankenhaus war, nahm ich mir danach auch vor, gesünder zu leben. Ich wollte mehr Sport treiben, gesünder essen und statt dem Fahrstuhl die Treppe ins Büro zu nehmen. Nach wenigen Wochen war es mit dem Joggen am Morgen vorbei und ich nahm wieder den Fahrstuhl. Schließlich hatte ich keine Zeit. Ich musste ja hart für meinen Erfolg arbeiten! Da wurde mir klar, dass solche Vorsätze nichts bringen. Damals wusste ich noch nicht, dass mächtige Glaubenssätze in meinem Unbewussten solche Vorsätze zunichte machen, aber intuitiv war mir klar, dass ich mehr tun muss.

Soll ich mir deswegen nichts vornehmen und keine Ziele haben? Mitnichten! Während des Jahreswechsels hatte ich mit Freunden ein philosophisches Gespräch darüber. Ein Freund meinte, es sei für ihn besser ohne Erwartungen an etwas in das neue Jahr zu gehen. Zufriedenheit ist nichts Absolutes sondern ein relatives Konstrukt. Zufriedenheit ist die Relation von der Erwartung an ein Ereignis und dem Ergebnis, also dem eingetretenen IST-Zustand. Wenn ich keine Erwartungen habe, kann ich auch nicht enttäuscht werden.

Vor einem Jahr hatte ich mir eine Zielliste für 2010 erstellt. Viele diese Ziele habe ich nicht erreicht. Trotzdem bin ich nicht enttäuscht. Ich weiß, dass es eine höhere Weisheit gibt, die besser weiß, was gut für mich ist. Beispielsweise habe ich meinen geplanten Umsatz verfehlt, dafür hatte ich aber sehr viel Zeit für meinen neugeborenen Sohn. Eine Zeit, die so nicht wiederkommt. Das war für mich nicht immer leicht, dass auch auszuhalten. Wenn man sich selbständig macht, dann muss man schließlich hart arbeiten, am besten 80 Stunden die Woche! Es heißt ja auch Selbständig = selbst und ständig!

Viele Menschen gehen aus meiner Sicht ihre guten Vorsätze falsch an. Das beginnt damit, dass sich diese Menschen wenig Gedanken machen, warum sie denn rauchen, Alkohol trinken oder sich mit Fernsehen betäuben. Der gute Vorsatz in der Silvesternacht ist schnell dahin, wenn ich diesen nur im Kopf formuliere. Besser ist ein starkes Commitment, z.B. ein Vertrag mit mir selbst. Bei der Formulierung wird mir dann schon klarer, was ich wirklich will. Statt “ich höre auf zu rauchen” kann die Formulierung auch lauten: “Ich bin nun entspannt und glücklich ohne Nikotin!”. Diese Formulierung kann ich mir auf kleine Zettel kleben und überall in der Wohnung hinlegen oder kleben, z.B. an den Badzimmerspiegel.

Ein weiterer Aspekt ist der zeitliche Druck, den ich mir selbst setze. Es ist die große Frage, ob ich mir für die Erreichung meiner Ziele ein zeitliches Limit setze. Das kann und muss jeder selbst herausfinden, ob dies sinnvoll und machbar ist. Ich kann für mich prüfen, ob ich mein Ziel unbedingt in diesem Jahr erreichen muss oder dieses Ziel auch Zeit hat. Ich empfehle in meinen Seminaren die Formulierung “zum bestmöglichen Zeitpunkt” statt konkreter Zeitlimitierung.

Kommen wir nochmal auf meinen guten Freund zu sprechen und seine Einstellung, keine Erwartungen zu haben. Natürlich hat dieser seine Ziele, setzt sich aber nicht selbst unter Druck. Dazu noch eine schöne kleine Geschichte. Gestern hörte ich auf dem Nachhauseweg zur Abwechslung mal wieder Radio und “zufälligerweise” auf Radio Paradiso die Gedanken zum Auftanken. Es ist die schöne Geschichte von Antony de Mello vom Schäfer und dem Wetter.

Ein Wanderer fragte einen Schäfer: “Wie wird das Wetter heute?“ Der Schäfer antwortete: “So, wie ich es gerne habe.“ “Woher wisst ihr, dass das Wetter so sein wird, wie ihr es liebt?“ “Ich habe die Erfahrung gemacht, mein Freund, dass ich nicht immer das bekommen kann, was ich gern möchte. Also habe ich gelernt, immer das zu mögen, was ich bekomme. Deshalb bin ich ganz sicher, das Wetter wird heute so sein, wie ich es mag.“

Ich wünsche allen Lesern ein gutes und erfolgreiches neues Jahr mit vielen Möglichkeiten sich zu ent-wickeln und zu ent-falten.

Ihr Thomas Böhme

Ein Wanderer fragte einen Schäfer: “Wie wird das Wetter heute?“Der Schäfer antwortete: “So, wie ich es gerne habe.“

“Woher wisst ihr, dass das Wetter so sein wird, wie ihr es liebt?“

“Ich habe die Erfahrung gemacht, mein Freund, dass ich nicht immer das bekommen kann, was ich gern möchte. Also habe ich gelernt, immer das zu mögen, was ich bekomme.
Deshalb bin ich ganz sicher, das Wetter wird heute so sein, wie ich es mag.“

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Über die Selbstliebe

Mögen deine Wünsche in Erfüllung gehen!

Mögen deine Wünsche in Erfüllung gehen!

Der Einzelhandel freut sich über volle Kassen im Vorfeld des großen Festes. Psychologisch macht das auch Sinn. Die Menschen kompensieren die zunehmenden Unsicherheiten in ihrem Umfeld durch Anhäufigung materieller Güter, im Sinne von “was ich hab, das habe ich”. Das bringt natürlich nicht wirklich Sicherheit, aber eine gefühlte Zufriedenheit.

Ich habe schon seit langem aufgehört, Weihnachten zur Kompensation des restlichen Jahres zu nutzen. Ich freue mich auf schöne Tage mit meiner Familie und bin dankbar dass ich so reich beschenkt bin und nicht beschenkt werden muss, um mich wertvoll zu fühlen. Die Erwartungen in Weihnachten sind extrem überstrapaziert. Kein Wunder, dass dann die Enttäuschung häufig groß ist.

Als christliches Fest betont Weihnachten insbesondere den Akt der Nächstenliebe. Darum gibt es insbesondere in dieser Zeit ein erhöhtes Angebot, um seine Nächstenliebe zu zeigen, sei es ein Herz für Kinder zu haben oder für den Bettler an der Straßenecke oder für eine der zahlreichen wohltätigen Organisationen. Es ist gut und richtig, dass uns diese Nächstenliebe für unser Umfeld innewohnt und toll, dass viele Menschen sich für Benachteiligte engagieren. Aber was steht eigentlich hinter dieser Nächstenliebe? Ist es nicht häufig auch unser schlechtes Gewissen, dass wir uns schuldig fühlen, dass es uns gut geht und den anderen nicht?

Jesus sagt “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.” Anders gesagt, so wie du dich liebst, liebst du auch deine Nächsten. Aber wie sollen wir unsere Nächsten lieben, wenn wir uns nicht selbst richtig lieben? Wir fühlen uns häufig nicht attraktiv genug, nicht clever genug, nicht genug erfolgreich. Alles Glaubensmuster, die aus frühkindlicher Prägung in uns innewohnen. Daher wende ich mich heute der Selbstliebe zu. In unserer Gesellschaft wird diese auch gern mit Egoismus oder Narzissmus gleichgesetzt. Wir müssen uns doch gegenseitig unterstützen! Du darfst nicht immer an dich denken! Das ist nicht falsch, aber zuerst müssen wir mal bei uns selbst anfangen. “Kümmer’ dich um dein Leben, dann kümmer’ dich um uns” singen die Söhne Mannheims.

Lieben wir uns so wie wir sind – mit all unseren Vorzügen und Talenten aber auch mit unseren Schwächen und Fehlern. Wir sind bereits vollkommen, auch wenn unser Potential noch nicht vollständig zum Tragen kommt. Daran können wir jedoch arbeiten. Wir können uns nichts hinzufügen, nur etwas wegnehmen von unserem Wert.

Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen frohe und besinnliche Weihnachten, Zeit für sich selbst statt das perfekte Weihnachten zu organisieren. Zeit in den Spiegel zu schauen und zu sagen: “Ja, ich liebe mich!” Dann kann jeder schauen, wie sich das auf unsere Partner, Kinder, Eltern und lieben Verwandten auswirkt. Wenn ich mich selbst liebe und wertschätze kommt die Liebe zu den anderen Menschen und die Wertschätzung für ihre Entwicklung von ganz allein.

Herzlich
Ihr Thomas Böhme

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Angst oder Vertrauen

Bluttrünstiges Volk oder den Dingen voraus?

Am Freitag habe ich mir trotz späten Beginns und Werbeunterbrechungen den Film “Apocalypto” zum zweiten Mal angesehen. Als ich ihn das erste Mal auf DVD sah, war ich bewegt von den gewaltigen Bildern (im wahrsten Sinne des Wortes) und der Action. Häufig nimmt man Filme anders wahr, als beim ersten Mal. So ging es mir auch bei diesem Film. Man kann ja von Mel Gibson halten was man will – insbesondere nach seinem Werk “Die Passion Christi” – aber mit “Apocalypto” hat er, finde ich, ein Meisterwerk hingelegt. Einige werden sich an den Gewaltszenen stoßen, aber mir zeigen sie, in welcher behüteten Welt wir heute leben.

Aus Mentaltrainingssicht könnte man den Film sogar als Anschauungsunterricht nutzen. Am Anfang des Filmes geht der Hauptprotagonist des Films Pranke des Jaguar gemeinsam mit seinem Vater Blitzender Himmel und anderen Mitgliedern der Sippe jagen. Nach erfolgreicher Jagd begegnen sie einer Gruppe anderer Indianer. Der Anführer der Gruppe erklärt, dass sie einen neuen Anfang suchen und sie tauschen gegenseitig Nahrung aus. Nach der Rückkehr ins Dorf fragt der Vater seinen Sohn, was ihm an der Gruppe aufgefallen sei. Er beantwortet die Frage gleich selbst – die Angst in ihren Gesichtern und in ihrem Körper. Sie seien zerfressen von Angst und auf ihn seinen Sohn wäre diese Angst bereits übergegangen. Er rät seinem Sohn, sich von dieser Angst zu befreien und zu reinigen, was diesem nur schwer gelingt.

Viel größer kann Angst und Ohnmacht nicht werden, als Menschenjäger das Dorf am frühen Morgen überfallen und die Einwohner töten oder gefangennehmen. Selbst in diesem Augenblick, selbst als der Vater spürt, dass er sterben wird, zeigt er keine Angst. Er hat Vertrauen in die großen Dinge dieser Welt.

Die Hauptszene ist für mich der Zeitpunkt, als Pranke des Jaguar rituell geopfert werden soll. Sein Mitglied der Sippe wünscht ihm bereits eine gute Reise, aber er erwidert, dass er heute nicht sterben wird. Er wird seine Frau und seine Kinder wiedersehen. Eine stärkere Affirmation gibt es wohl kaum, denn diese kommt aus dem Herzen. So ist er auch ganz ruhig, als er auf dem Opferaltar liegt und “zufällig” ist gerade Sonnenfinsternis und die Maya befinden, dass ihr Gott nun genug Blutopfer hatte.

Als er dann fliehen kann und wieder zurück in seinen Wald kommt, ist er ganz klar und fokussiert. Er weiß, dass er hier die Oberhand hat. Dies ruft er auch seinen Feinden zu. Er ruft aus, dass dies hier sein Wald ist und er hier gejagt hat und künftig mit seinem Sohn hier jagen wird und dieser mit seinen Kindern. Das ist ein klares Vertrauen im Hier und Jetzt und ein Commitment in die Zukunft.

Angst und Vertrauen bilden Gegenpole auf einer Achse. Angst wird bisweilen nachgesagt, sie wäre ein guter Freund in Zeiten der Gefahr, ich glaube das nicht. Befinden wir uns in Gefahr, kann Angst uns lähmen. Das nimmt uns die Handlungsunfähigkeit. Und wie sagte bereits ein ganz Großer Hollywoods – Meister Yoda – dazu: “Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.” Das zeigt mir, wieviel Angst die Menschheit hat.

Es ist natürlich leichter gesagt als getan, keine Angst zu haben. Viele Menschen leiden unter Ängsten – Prüfungsangst, Versagensangst, Flugangst, Höhenangst usw. Das einzig Hilfreiche ist, seine Ängste zu erkennen und sich darin zu üben, diese zu überwinden. Letztlich sollten wir aber weniger Augenmerk auf die Angst richten. Wichtiger ist der Gegenpol. Statt “Hab keine Angst!” ist es besser, innerlich zu sagen “Hab Vertrauen!”.

In dieser Woche möchte ich Sie dazu einladen, sich in Vertrauen zu üben aber auch hinzuschauen, wo sich Ängste auftun. Ihnen allen eine schöne Woche und keine Angst, nicht das passende Geschenk zu finden!

Ihr Thomas Böhme

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Die große Veränderung

Bereit für die Veränderung?

Wie wird man ein Schmetterling?“, fragte die Raupe nachdenklich.

„Du musst so sehr fliegen wollen, dass du bereit bist, deine Existenz als Raupe aufzugeben.“

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